Selbstverständnis
Wir, die Mitglieder des Plenums des ‚Kiezladen Zusammenhalt e.V.‘, verstehen uns als Teil der sozialen Bewegung für eine Stadt von unten, die sich gegen die Auswirkungen neoliberaler Stadtpolitik und einer vermeintlichen Sachzwang-Logik und Alternativlosigkeit positioniert und organisiert.
Unserer Haltung nach arbeiten wir gegen eine fortschreitende Vereinzelung und Konkurrenz, Verdrängung von sozial und finanziell Benachteiligten und nicht zuletzt gegen die maßlos überzogenen Profiterwartungen von Immobilienunternehmen sowie gegen deren Ignoranz gegenüber den Bedürfnissen der Mieter, kurz gesagt: Gegen die einseitig ökonomisch ausgerichtete Produktion von Stadt.
Stattdessen arbeiten wir entlang unseren Überzeugungen für ein neues Miteinander in den Hausgemeinschaften, in den Nachbarschaften, im Kiez und im Stadtteil. Durch das Angebot eines offenen Nachbarschaftstreffpunktes hoffen wir, daß Menschen, Nachbarn und Bürger sich im Kiezladen treffen, miteinander ins Gespräch kommen, sich solidarisieren, sich vernetzen und schließlich zusammen etwas losmachen. Dabei ist es nicht unser Ansatz, von uns aus großartig Angebote zu entwickeln und dann dafür zu werben oder etwas für andere zu tun. Vielmehr sind alle Interessierten aufgerufen, in den Kiezladen zu kommen und anzusagen, was sie sich wünschen oder was sie gerne machen oder anbieten würden. Es heißt also, „Mit den Menschen!“. Und wer dabei etwas für sich mitnehmen kann, der darf gerne etwas zurückgeben und so auf das Geschenk, daß er erhalten hat, antworten. Nach dem Motto: „Nachbarn helfen Nachbarn!“. Ein erster Schritt für alle Interessierten im Kiezladen ins Handeln zu kommen, wäre beispielsweise mal zum Plenum zu kommen.
Sämtliche Entscheidungen, die den Kiezladen betreffen, werden nämlich gemeinschaftlich und im Geist der Eintracht auf einem regelmäßigen Plenum – an jedem 1. und 3. Dienstag im Monat von 19:30 – 21:00 Uhr – im Konsensprinzip getroffen, um zu gewährleisten, dass das Plenum die Verabredungen als Einheit vertreten kann und nicht so etwas wie eine Situation von Mehrheit und Opposition oder Erfolg und Niederlage entsteht. Wir verstehen uns als basisdemokratisch organisiertes, egalitäres, anti-sexistisches, anti-rassistisches und anti-faschistisches Projekt. Der Kieztreff / das Plenum ist offen für alle. Das heißt, ein jeder kann kommen, sich dazusetzen und sein Teil dazulegen. Es hat also ein jeder, der am Plenum teilnimmt, das Recht Themen auf die Tagesordnung zu setzen und mitzudiskutieren. Abstimmungen im klassischen Sinne gibt es – wie gesagt – nicht. Alle, die an einem Plenum teilnehmen sind daher gleich an Rechten.
Der Kiezladen Zusammenhalt ist ein Nachbarschaftstreffpunkt für den Kiez rund um den Helmholtzplatz. Er bietet allen Anwohnern die Möglichkeit zur Selbstorganisation in einem ehrenamtlichen Zusammenhang. Wir bieten einen offenen Raum politischer und subkultureller Arbeit im Stadtteil, eine Möglichkeit für Mitglieder des Vereins und der Nachbarschaft miteinander zu tun zu haben. Unsere Räume stehen außerdem als Treffpunkt für lokale Initiativen und stadtteilbezogene Gruppen zur Verfügung, die im Sinne unserer Satzung agieren und bereit sind, den Verein mitzugestalten und mitzutragen. Ziel des Vereins ist es, den sozialen Zusammenhalt innerhalb der Nachbarschaft zu stärken. Es gibt bereits einige Veranstaltungen und Projekte; auf weitere freuen wir uns!
Zur Vereinsgründung
Der Kiezladen war vom ersten Tag an ein selbstverwalteter Raum der Hilfe zur Selbsthilfe und wird einzig vom ehrenamtlichen Engagement der Menschen aus dem Kiez getragen. Knapp 20 Jahre war der Kiezladen Sitz der „Betroffenenvertretung für das Sanierungsgebiet Helmholtzplatz“ und daher wurde in dieser Zeit die Miete für den Kiezladen aus Sanierungsfördermitteln vom Bezirk bezahlt. Damit war im April 2015 Schluß, denn dann wurde das Sanierungsgebiet Helmholtzplatz aufgehoben, und wir müssen dementsprechend seit Mai 2015 knapp 1.000 Euro selbst zahlen, um den Kiezladen weiterhin für die Nachbarschaft offen zu halten.
Seit Mai 2015 zahlen wir selbst – unabhängig von Ämtern und Politik – krass …
Wir wollen die Räume des Kiezladens auch weiterhin kommerzfrei und selbstverwaltet mit vielen Nachbarn nutzen. Deshalb haben wir einen Verein gegründet: Kiezladen Zusammenhalt e.V.. Denn Kiezarbeit braucht Raum und Kontinuität.
Alle Entscheidungen zur Nutzung der Kiezladenräume werden auf dem „Kieztreff“ gemeinschaftlich im Geiste der Eintracht beschlossen. Der Kieztreff findet an jedem ersten und dritten Dienstag des Monats von 19.30 Uhr bis 21.00 Uhr statt. Wir freuen uns auf Nachbarn, die sich mit ihren Ideen daran beteiligen.
Um den Kiezladen zu erhalten, suchen wir Menschen, die Mitglieder im Kiezladenverein werden oder mit einer Spende helfen, die Miete zu zahlen.
Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht – Václav Havel
Wo wir herkommen
1992
Im Jahr 1992 wurde ein Ladengeschäft in der Dunckerstraße 14 von einem Mitglied des Bürgerkomitees Helmholtzplatz angemietet. Der vorheriger Mieter war ein Schlossereibetrieb, der aufgeben musste.
1992
Dieser Schritt war mittels einer Absprache mit dem Stadtplanungsamt des Bezirks Prenzlauer Berg zwecks Übernahme der Materialkosten für die Sanierung der Ladenräume und für die spätere Übernahme der Miete mit Hinblick auf die absehbare Erklärung des Gebietes rund um den Helmholtzplatz zum Sanierungsgebiet vorbereitet. Mit der Vermieterin, der WiP, wurde vertraglich vereinbart, daß die ehrenamtliche Arbeit im Rahmen der Sanierung der Ladenräume auf die Miete angerechnet wird. Daher konnte der Kiezladen die erste Zeit lang mietfrei genutzt werden. Die Betriebskosten trug der Bezirk. Noch im Jahr 1992 begannen die Sanierungsarbeiten im Laden. Diese wurden allein durch ehrenamtliche Tätige erbracht.
1992
Im Herbst 1992 begannen bereits die regelmäßigen Kieztreffen.
1993
Im Frühjahr des Jahres 1993 wurde Richtfest im Kiezladen gefeiert.
2014
Im Jahr 1993 wurde das Gebiet rund um den Helmholtzplatz durch das Abgeordnetenhaus von Berlin zum Sanierungsgebiet erklärt. Dieser Status sollte bis zum Ende des Jahres 2014 so in Kraft bleiben.
Nach dem Beschluß folgte die Einrichtung einer Sanierungsverwaltungsstelle innerhalb des Stadtplanungsamtes des damaligen Berliner Stadtbezirks Prenzlauer Berg. Diese erhielt vom Senat Geld für die insgesamt fünf Sanierungsgebiete in Prenzlauer Berg. Unter anderem zur Finanzierung von Räumlichkeiten für die jeweiligen Betroffenenvertretungen innerhalb der jeweiligen Sanierungsgebiete. Im Sanierungsgebiet Helmholtzplatz trifft sich die Betroffenenvertretung als Vertreterin der ansässigen Mieterschaft im Kiezladen.
Dies geht so bis Ende April 2015. Dann enden die Zahlungen durch den Bezirk für die Ladenmiete. Das Sanierungsgebiet Helmholtzplatz wurde, wie bereits erwähnt, mit Wirkung zum Ende des Jahres 2014 aufgelöst.
2015
Im Sommer des Jahres 2014 wurde der Verein Kiezladen Zusammenhalt mit dem Ziel gegründet, den Laden in Eigenregie weiter zu betreiben.
Seit Mai 2015 trägt der als gemeinnützig anerkannte Kiezladen Zusammenhalt e.V. den Laden allein durch ehrenamtliches Engagement und finanziert die Ladenmiete ausschließlich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden.
Archiv









































Veröffentlichungen
Kiezladen – Dokumentation 1990 bis 2017
Es gibt eine zweite Auflage der 2015 erschienen Kiezladen-Dokumentation. Die zweite Auflage erschien im Juni 2018. Sie enthält zwei neue Beiträge und viele neue Fotos. Über folgende Links kann sie in zwei Versionen heruntergeladen werden:
(216 Seiten, 16,1 MB)
(216 Seiten, 171,2 MB)
Es gibt die zweite Auflage auch noch als Druckausgabe. Sie kann auf Nachfrage im Kiezladen bezogen werden. Dazu bitte das Kontaktformular verwenden.
Ausstellungskatalog 2015
„“Blick zurück nach vorn“: 25 Jahre Kiezladen Zusammenhalt in der Dunckerstraße 14 von 1990 bis 2015″, eine Dokumentation der Ausstellung im Kiezladen von März bis Oktober 2015 und im Museum Pankow, Prenzlauer Allee 227/228 von Januar bis März 2017, herausgegeben von: Kiezladen Zusammenhalt e.V.:
(56 Seiten, 22 MB)
Kiezladen – Dokumentation 1990 bis 2015
„Kiezladen Zusammenhalt: eine Dokumentation der Betroffenenvertretung Helmholtzplatz 1990 bis 2015“, ein Begleitbuch zur Ausstellung „Blick zurück nach vorn“ von März bis Oktober 2015, herausgegeben von: Kiezladen Zusammenhalt e.V
(204 Seiten, 42 MB)